Die Sprachförderklasse (SKF) der HFR wurde 2015 aus dem Wunsch heraus geboren, in Köln ankommenden Kindern und Jugendlichen ohne deutsche Sprachkenntnisse für zwei Jahre einen geschützten Raum zu bieten in dem sie gemeinsam und in Ruhe ankommen können. In dieser Zeit lernen sie miteinander die Grundlagen der deutschen Sprache, erkunden die deutsche Kultur und lernen sich und ihre Kulturen untereinander kennen.
Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass die Zusammensetzung der Klasse ein kleines Abbild des Weltgeschehens ist: Wo herrschen Kriege, die Menschen zur Flucht zwingen? Wo gibt es wirtschaftliche Not oder politische Verfolgung, die Familien dazu bewegt, ihre Heimat zu verlassen? Vieles von dem, was in der Welt geschieht, spiegelt sich in den Sprachförderklassen (SFKs) im ganzen Land wider – und damit auch in unserer.
Die Integration der Kinder und Jugendlichen erfolgt in der SFK durch eine stufenweise Eingliederung in die altersgemäßen Regelklassen. In der Regel beginnen die Schülerinnen und Schüler mit Fächern wie Sport, Englisch und Mathematik und werden anschließend schrittweise in weitere Unterrichtsfächer integriert. Spätestens nach zwei Jahren lassen sich Fähigkeiten, Potenziale und ggf. Unterstützungsbedarfe so gut einschätzen, dass – falls erforderlich – auch ein Wechsel in eine andere Schulform in Betracht gezogen werden kann.
So unterschiedlich wie die Herkunftsländer der Kinder und Jugendlichen, sind auch ihre Persönlichkeiten, ihre Vorkenntnisse, ihre Lebensgeschichten, Hoffnungen – und ebenso die Herausforderungen, die sie mitbringen. Genau diese Vielfalt macht die Sprachförderklasse so spannend und lebendig. Unterschiedliche Biografien, Sprachen und Perspektiven treffen hier aufeinander und bereichern das gemeinsame Lernen.
Allen gemeinsam ist der Wunsch, anzukommen: in einer neuen Gemeinschaft Fuß zu fassen, Freundschaften zu schließen und sich eine Zukunft aufzubauen – ohne dabei die eigene Herkunft und Identität aufgeben zu müssen. Diesen Spagat zwischen Bewahren und Neubeginnen zu meistern, ist nicht immer leicht. Es ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und gegenseitiges Verständnis erfordert – aber auch einer, der große Chancen und beeindruckende Entwicklungen ermöglicht.
Ein Stück dieses Weges ist in dem Film „Klasse Deutsch“ zu sehen, der 2015/16 über ein halbes Jahr in der Henry Ford Realschule gedreht wurde.
Der Link zum Trailer: https://www.klassedeutsch.de